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Mittwoch, 19. Juli 2017

Crooked Kingdom

Hallo meine Bücherdiebe,

auch den zweiten Teil dieser Reihe habe ich inzwischen weggehört, und ich konnte auch nicht warten und wollte sofort wissen, wie es weitergeht. Obwohl das Ende von Six of Crows auf eine Art vorhersehbar war, wollte ich doch schnell wissen, wie es weitergeht. Und nun kann ich euch berichten.

Die Fakten:
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Titel: Crooked Kingdon
  • Sprecher: Brandon Rubin (Jesper), Jay Snyder (Matthias), Elizabeth Evans (Inej), Fred Berman (Kaz), Peter Ganim, Lauren Fortgang (Nina), Roger Clark, Kevin T, Collins (Wylan)
  • Reihe: Six of Crows 2
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: Audible Studios
  • Länge: 18 Std. 04 Min. (ungekürzt)
  • Klappentext: "Kaz Brekker and his crew have just pulled off a heist so daring even they didn't think they'd survive. But instead of divvying up a fat reward, they're right back to fighting for their lives. Double-crossed and badly weakened, the crew is low on resources, allies, and hope. As powerful forces from around the world descend on Ketterdam to root out the secrets of the dangerous drug known as jurda parem, old rivals and new enemies emerge to challenge Kaz's cunning and test the team's fragile loyalties. A war will be waged on the city's dark and twisting streets - a battle for revenge and redemption that will decide the fate of the Grisha world."

Zur Handlung: Inej befindet sich in den Fängen von Kaz' neuem Erzfeind und es gibt nur eine Möglichkeit, sie zu befreien. Kaz muss sich von seinen Gefühlen lossagen und wieder das kriminelle Superhirn werden, der bisher alles erreicht hat in Ketterdam. Doch Inej ist keine einfache Geißel, und plant selbst schon ihr Entkommen.

Schnell wird jedoch klar, dass es nicht reicht, Inej zu retten. Es soll ein Exempel statuiert werden, das klar macht, dass man mit Kaz nicht spaßen kann. Außerdem geht es noch immer darum, reich zu werden, denn unter der Prämisse ist das Abenteuer ja gestartet. Kaz erdenkt also einen neuen genialen Plan, der allerdings an vielen Punkten scheitern kann.

Erstmal muss ich sagen, dass ich mit diesem Hörbuch viele Gefühle durchlebt habe. Während des Anfangs hatte ich tatsächlich Angst um Inej. Danach hat leider die Spannung etwas abgenommen und die Handlung zog sich ein bisschen. Wylans Geschichte hat mich sehr zu Tränen gerührt, und dann waren da noch die Cameo-Auftritte eines Charakters (eigentlich sogar mehrerer) aus den Grischa-Büchern, und mir war bis zu dem Moment nicht bewusst, wie sehr ich diesen Charakter in den Vorgängerbüchern geliebt habe. Da habe ich mir wirklich die Augen ausgeweint.

Natürlich gibt es auch wieder viele geniale Pläne, die wir allerdings nicht so genau kennen, dass wir wissen, wann etwas wirklich schief läuft. Da Kaz uns und seinen Gegnern immer einen Schritt voraus ist, macht das Hören dann auch richtig Spaß. Dennoch muss die Crew hier deutlich mehr einstecken als im Vorgänger, da nun ganz Ketterdam gegen sie ist und die Schlinge sich langsam zuzieht.

Am meisten haben mich aber wieder die Charaktere begeistert. Dabei gibt es in allen Paarkonstellationen Fortschritte, aber am meisten habe ich mit Jesper und Wylan mitgefiebert. Die Klavier-Szene war so schön unerwartet. Aber auch Wylans Hintergrundgeschichte und die Beziehung von Jesper zu seinem Vater haben viel Emotionalität in die Geschichte gebracht. Nina war wieder für viele lustige Situationen verantwortlich und ich liebe ihren Charakter einfach. 

Die Kulisse ist mit Ketterdam wirklich spannend und wir sehen nun viele neue Orte in dieser Stadt. Während wir im ersten Buch ja relativ schnell aus Ketterdam heraus waren und uns auch nur im ärmsten Teil aufgehalten haben, erfahren wir hier auch viel über die politischen Mächte und die Grundsätze, die in dieser Handelsstadt gelten. Das Setting hat mir gut gefallen und hinterlässt auch ein anderes Gefühl als "klassische Fantasy-Romane". 

Vielleicht noch ein paar Worte zum Ende. Auch hier wird es nochmal emotional und ich fand es gut, wie selbstreflektiert es an dieser Stelle auch ist. Dennoch hätte ich es ja irgendwie auch anders gut gefunden und ein bisschen sauer war ich trotzdem. Es ist aber alles in allem ein gutes und vielleicht auch realistisches Ende. Vor allem für Wylan konnte ich mich auch freuen. Aber es war doch alles mitreißend, spannend und ein Stück weit unerwartet.

Die Sprecher waren wieder sehr passend. Jesper hat meiner Meinung nach die beste Stimme. Wylan darf nun endlich auch aus seiner Sicht erzählen. Bei Kaz war ich fest davon überzeugt, dass er eine neue Stimme hat, konnte aber keinen Hinweis darauf bei Audible finden. Störend war wieder, dass die Sprecher schlecht koordiniert waren und Begriffe unterschiedlich ausgesprochen haben. Auch hatten meine Nebenfiguren bei einigen Sprechern starke Akzente und bei anderen nicht.

Alles in allem kann ich die beiden Bände absolut empfehlen. Den Hype kann ich komplett nachvollziehen. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich auf das nächste Buch von Leigh Bardugo jemals freuen würde, aber sie hat es wirklich geschafft. Ich bin gespannt, mehr aus dem Grishaverse zu erfahren und bin nicht böse, wenn wir eventuell auch nochmal nach Ravka und zum Königshaus zurückkehren. :D

Habt ihr die Reihe gelesen? Könnt ihr den Hype verstehen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 16. Juli 2017

Six of Crows

Hallo meine Jugendbuchfreunde,

endlich habe ich mir Audible zugelegt und werde es nutzen, um mir meine endlosen Pendelzugfahrten ein bisschen zu versüßen. Außerdem möchte ich es nutzen, um ein paar der sehr populären Jugendbücher zu lesen, die ihr vermutlich schon auf vielen Blogs gesehen habt. Anfangen musste ich einfach mit Six of Crows, denn nachdem die Grischa-Reihe mich doch recht wenig begeistert hat. Das erste Buch und der Darkling und Nikolai konnten mein Herz zwar gewinnen, der Rest hat mich eher angestrengt. Doch so viele sprachen davon, wie viel besser diese zweite Reihe im gleichen Universum ist und ich muss sagen, ich war angefixt.

Die Fakten:
  • Autor: Leigh Bardugo
  • Titel: Six of Crows
  • Sprecher: Jay Snyder (Matthias), Brandon Rubin (Jesper), Fred Berman (Kaz), Lauren Fortgang (Inej), Roger Clark, Elizabeth Evans (Nina), Tristan Morris
  • Reihe: Six of Crows 1
  • Verlag: Audible Studios
  • Erschienen: 2015
  • Länge: 15 Std 41 Min (ungekürzt)
  • Sprache: Englisch
  • Preis: 9,95 Euro/1 Guthaben bei Audible im Abo
  • Klappentext: "Ketterdam: a bustling hub of international trade where anything can be had for the right price–and no one knows that better than criminal prodigy Kaz Brekker. Kaz is offered a chance at a deadly heist that could make him rich beyond his wildest dreams. But he can’t pull it off alone… A convict with a thirst for revenge. A sharpshooter who can't walk away from a wager. A runaway with a privileged past. A spy known as the Wraith. A Heartrender using her magic to survive the slums. A thief with a gift for unlikely escapes. Six dangerous outcasts. One impossible heist. Kaz's crew is the only thing that might stand between the world and destruction - if they don't kill each other first."
Zur Handlung: Ketterdam ist eine Stadt, die aus Kanälen und Gassen, reichen Händlern und Dieben besteht. Hier treffen wir auf Kaz, der zu den Dregs gehört. Diese Gang hat ihm geholfen, sich aus Nichts einen Namen zu machen. Kaz ist jung, aber er ist auch clever und schreckt vor nichts zurück. Er sinnt nach Rache für etwas, das ihm zugestoßen ist, als er zum ersten Mal nach Ketterdam kam, aber davon weiß niemand.

Als er den Auftrag erhält, einen gefangenen Wissenschaftler aus einem unbezwingbaren Palast zu entführen, sieht Kaz seine Chance auf Rache gekommen. Denn mit dem Geld, was er für dieses unmögliche Verbrechen bekommen würde, könnte er halb Ketterdam kaufen. Doch er weiß genau, dass er dir richtigen Begleiter für diese Reise braucht - und die könnten unterschiedlicher kaum sein.

Wer mag nicht eine ordentliche Heist-Geschichte, in der man Verbrechern dabei folgt, wie sie ein unmögliches Verbrechen planen und durchziehen. Da kommen direkt Ocean's 11 Gefühle bei mir auf. Ich muss aber gleich vorweg sagen, dass die Auflösung am Ende vielleicht nicht ganz mithalten kann mit diesem Genrevertreter. Dennoch hat das Buch richtig viel Spaß gemacht.

Zunächst wissen wir eigentlich nicht, was vor sich geht. Wir werden in die Welt von Ketterdam einfach hineingeworfen. Im Prolog erfahren wir von einer seltsamen Droge, die Grischa unmögliche Kräfte verleiht. Dann springen wir von den reichen Händlern zu Kaz und den Dregs, die ihr Revier gegen feindliche Gangs verteidigen müssen. Wir sehen, wie Kaz immer einen Schritt voraus ist und wie sehr er dabei auf Inej vertraut, die von vielen nur Wraith genannt wird.

Schließlich kommt das Angebot, welches Kaz nicht ablehnen kann und wir lernen den Rest der Crew kennen. Dabei sind die Kapitel immer abwechselnd aus der Sicht eines Mitglieds erzählt. Der einzige, dessen Stimme wir in diesem ersten Hörbuch nicht hören, ist Wylan. Das fand ich ein bisschen schade, aber im Folgeband ändert sich das auch. Wir haben also für jeden Charakter einen Sprecher. Diese sind mitunter sehr verschieden, machen es aber einfach zu folgen, aus welcher Sicht gerade erzählt wird. Was mich störte, war allerdings, dass gewisse Begriffe und Namen von verschiedenen Sprechern unterschiedlich ausgesprochen wurden. Es war zwar nicht andauernd, aber mich stört sowas einfach.

In der Geschichte finden wir dann drei Paarkonstellationen, über die ich kurz auf die Charaktere eingehen möchte. Kaz und Inej verbindet eine etwas längere Bekanntschaft. Kaz hat Inej in einem Bordell gefunden und seinen Boss überredet, sie freizukaufen. Seitdem beschafft sie für ihn Informationen, denn sie ist nahezu geräuschlos und unsichtbar und eine hervorragende Akrobatin. Während Inej in Kaz eine menschliche Seite hervorbringt, ist sie von seiner Kälte genervt und ärgert sich über ihre Gefühle. Nina und Matthias verbindet eine seltsame Bekanntschaft. Nina ist Grischa und als Soldatin aufgewachsen. Matthias gehört einer heiligen Gruppe an, die Grischa jagt. Doch beide haben sehr offensichtlich Gefühle füreinander, die sie sich nicht eingestehen wollen. Und dann ist da noch die Sache, dass Nina Matthias ins Gefängnis gebracht hat. Wylan und Jesper sind zunächst die Außenseiter der Gruppe, allerdings trügt der Schein vielleicht. Jesper ist ein Spieler, der inzwischen bei eigentlich jedem hoch verschuldet ist, und seine Revolver mehr liebt als sein Leben. Wylan dagegen ist der Sohn eines reichen Händlers, hat diesen jedoch verlassen und sich den Dregs angeschlossen. Allerdings mangelt es ihm an Fähigkeiten für ein Leben auf der Straße und seine Sprachkenntnisse und Kunstfertigkeiten begeistern die anderen wenig.

Erstaunt war ich, dass ich wirklich alle Paare total shippe. Es gibt nicht eine Romanze, die ich besonders mag, weil sie alle toll sind und alle wirklich langsam vorankommen und sich damit nicht zu stark in den Vordergrund drängen, denn Gefühle stehen bei diesen Kriminellen nun wirklich nicht im Vordergrund. Dennoch sind alle auch ein bisschen awkward und verhalten sich teilweise übertrieben, weil die Gefühle nun mal da sind.

Insgesamt hat mir das Buch viel Freude gemacht. Ich musste viel Schmunzeln und war teilweise auch einfach gespannt, was nun als nächstes passiert. Dennoch war es über lange Strecken nicht super spannend, aber ich war immer glücklich, wenn ich weiterhören konnte. Das Ende hat dann deutlich angezogen, auch wenn ich die Ereignisse am Schluss kommen gesehen habe. Ich bin nun wirklich gespannt auf Teil zwei und habe gestern auch schon mal reingehört. 

Wie hat euch das Buch gefallen? Findet ihr es gut, wenn mehrere Sprecher ein Hörbuch gestalten, das viele Point-of-Views hat?

Bis bald,
Eure Kitty Retro



Meine Bewertung:



Freitag, 14. Juli 2017

Elchscheiße

Hallo ihr Lieben,

es ist Freitag, aber heute kommt kein Film, denn wir haben in letzter Zeit sehr viel gelesen und möchten euch die Ergebnisse so schnell wie möglich erzählen!

Fakten:
  • Autor: Lars Simon
  • Roman
  • 2014 erschienen
  • 288 Seiten
  • dtv Verlagsgesellschaft
  • Preis: 9,95€ 
Klappentext:
"Gödseltorp ist überall!
»Was machst du denn hier?«, fragte Tanja. »Ich habe gekündigt, Häschen.« Es gab Riesenkrach. Ist ja auch nicht leicht für eine Frau, wenn sie ihrem Ur-Mann wiederbegegnet. Ich hingegen wirkte auf mich ruhig und selbstbewusst. Echte Männer sind so.
Freundin weg, Job weg, Therapeut weg – doch Torsten Brettschneider (35) lässt sich nicht unterkriegen. Er kauft sich einen gebrauchten VW-Bus, tauft ihn Lasse und fährt mit ihm gen Schweden, wo er einen Bauernhof geerbt hat. Die Postkartenidylle lässt jedoch auf sich warten … Älgskit! Was für eine Elchscheiße! Ob Torsten aus der Schwedennummer je wieder rauskommt?"

Wie ich jetzt mitbekommen habe, handelt es sich bei diesem Buch um einen Teil einer Trilogie, einer Comedy-Trilogie. So etwas ist mir komplett neu, aber ich habe gleich die folgenden Titel gesucht und die sind ebenso skurril und witzig.

Ich muss ja ehrlich sagen, ich hatte keine wirklichen Erwartungen an das Buch, der Titel und das Cover haben mir eben gefallen und dann handelt es auch noch aus der Sicht eines Mannes. Das finde ich ja immer interessant und mal was anderes. Verorten würde ich es als klassischen Klischee-bestätigenden Roman, der einige lustige Stellen hat.

Torsten hat ein ähnliches Problem wie Isla am Mittwoch, doch der große Unterschied ist, Thorsten ist dennoch total beschwingt und will weiter kommen. Er würde jetzt nämlich gern Autor werden und siehe da in diesem Moment soll er auch noch etwas in Schweden geerbt haben. Schweden als weites ziemlich menschenleeres Land eignet sich bestimmt perfekt einen fesselnden Roman tu schreiben.

Am Ort des Geschehens angekommen stellt Thorsten fest die Schweden sind ganz schön speziell. Er trifft auf einen älteren Herren, dessen Haus oder besser zu Hause er geerbt hat und irgendwie möchte dieser das aber nicht verstehen und erst recht nicht ausziehen. Das stellt die beiden natürlich vor gewaltige Herausforderungen vor allem im zwischenmenschlichen.

Der alte Mann ist eine tatsächliche Bereicherung für die gesamte Geschichte, zumindest aus meiner Sicht. Ich musste ständig über ihn schmunzeln und hab oft belustigt mit dem Kopf geschüttelt.

Natürlich gibt es trotz der Weite Schwedens noch mehr Charaktere in der Geschichte, nämlich ein ganzes Dorf und jeder Einzelne dieses Dorfes möchte aus einem Grund den Thorsten nicht versteht ihm das Haus für mehrere Millionen abkaufen. Doch naja, Thorsten will das gar nicht.

So konfus wie das ganz klingt so ist im Endeffekt auch die Geschichte und das ist keineswegs negativ, sondern tatsächlich ganz witzig. Auch die Wendung die die Handlung gegen Ende nimmt, erfrischt noch einmal und kurz kommt man sich vor wie in einem schlechten Thriller, was für einen Roman aber nichts schlechtes ist!
Die Figuren haben mir gut gefallen und zum Ende hin wurde alles einfach immer besser, als wäre der Autor da richtig in Schwung gekommen. Daher bin ich schon ganz gespannt auf die beiden anderen Bände.

Mit Elchscheiße hat die Geschichte auch noch was zu tun, so kurios das klingen mag, aber daher passt der Titel mehr als genau.

Empfehlen möchte ich das Buch jedem, der keinen klassischen Roman braucht, sondern dieser gern mal etwas anders und kurios sein kann. Ihr solltet definitiv Humor verstehen und alles mit einem Augenzwinkern betrachten können,

eure Blue Diamond.



Mittwoch, 12. Juli 2017

Mein Herz ist eine Insel

Hallo zusammen,

ich habe mal wieder ein Hörbuch bekommen und die lassen sich für mich besonders schnell verschlingen (hören?).

Fakten:
  • Autorin: Anne Sanders
  • Roman
  • 2017 erschienen
  • 384 Seiten
  • Blanvalet Verlag
  • Preis: 14,99 € (Broschiert)
Klappentext:
"Der neue Sommer-Wohlfühlroman von Bestsellerautorin Anne Sanders – charmant, witzig und mit ganz viel Herz!
Isla Grant ging es schon mal besser. Ohne Wohnung und ohne Job bleibt ihr keine andere Wahl, als nach Hause zurückzukehren, nach Bailevar, eine winzige Insel an der rauen Westküste Schottlands. Und das, obwohl sie kaum Kontakt zu ihrer Familie hat. Als sie auch noch ausgerechnet ihre Jugendliebe Finn wiedertrifft, sind alle unliebsamen Erinnerungen zurück. Ihr einziger Lichtblick ist die alte Dame Shona, die wie keine andere Geschichten erzählt, besonders gern die Legende von der verschwundenen Insel. Doch schon bald erkennt Isla, welch tragisches Geheimnis Shona zu verbergen versucht. Und auch ihre eigene Vergangenheit holt Isla unaufhaltsam ein …"

Im Klappentext wird schon klar, es werden einige Klischees bedient und es scheint ein ganz normaler Roman zu werden. Dieser wird sogar als Wohlfühlroman beschrieben.

Unsere Protagonistin Isla, deren Name natürlich hervorragend zum Titel des Buches passt, ist leider ein nicht so sympathischer Charakter. Sie ist ziemlich launisch und hat eigentlich keinerlei positive Motivation für ihr Leben. Sie fährt zurück in ihre Heimat, weil sie in ihrer einst neuen Wahlheimat viele Niederschläge erlebt hat und da einfach nur noch raus will.

Zurück zu Hause begegnet sie mehr oder weniger ihren "bösen" Geistern aus der Vergangenheit und auch das stimmt sie nicht wirklich glücklicher. Finn, ihre erste große Liebe zum Beispiel, ist ein bemerkenswert guter Mensch und scheint sich für alles einzusetzen nur nicht für seine eigenen Interessen. Nun gibt sich der Alltag in Schottland Tag für Tag die Klinke in die Hand und irgendwie fügt sich auch Isla immer besser in das Leben ein.Schließlich scheint alles wieder wunderbar zu werden und endlich Struktur zurück in ihr Leben zu kommen, als ein Vorfall passiert, mit dem niemand gerechnet hätte.

Und ja auch ich fand diesen Vorfal unvorhersehbar und habe es ehrlich nicht für möglich gehalten. Irgendwie muss ich aber auch so ehrlich sagen, passt es für mich nicht in die Gesamtgeschichte als klassischen Roman und schon gar nicht als Wohlfühlroman. Es ist mehr ein kleiner Schock auch im negativen Sinne und schon ein echtes Drama.

Insgesamt war mir die Geschichte nicht so richtig sympathisch, da spielt sicherlich die Art und Weise wie Isla ist und agiert mit rein. Dennoch war die Idee und die Umsetzung nicht ganz schlecht, jedoch auch nicht herausragend oder gar mal was Neues.

Empfehlen lässt sich das Buch in sofern, als dass es als Sommerlektüre dienen kann, aber sicher nicht mitreißt, sondern eher Lückenfüller ist,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 9. Juli 2017

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind - Blues Meinung

Hallo an alle Harry Potter Fans und natürlich auch alle anderen,

nachdem der Film nun wieder eine Weile her ist, wollte ich mir das Buch mal hernehmen und mich an all die tollen Wesen erinnern. Ich habe noch die alte Version, die jetzt für über 30€ gehandelt wird und mal 4€ kostete, verrückt oder?

Fakten:
  • Autorin: J.K.Rowling
  • Übersetzer: Klaus Fritz
  • 2010 erschienen
  • Roman/Sachbuch/Lehrbuch
  • 96 Seiten
  • Carlsen Verlag
Klappentext:
Eines der ersten Lehrbücher auf der Zauberschule Hogwarts. Diese Ausgabe gehörte Harry Potter persönlich und ist mit handschriftlichen Kommentaren von ihm und seinen Freunden versehen. Den Hauptteil des Buches bildet ein Verzeichnis fast aller Tier- und Zauberwesen aus der magischen Welt mit Beschreibungen zu Aussehen, Verhalten und Lebensraum - von der Acromantula bis zum Zentaur. Außerdem wird auf ihre Verwertbarkeit für magische Zwecke eingegangen.

Vermutlich wisst ihr alle, worum es in diesem Buch geht, oder? An sich werden alle Tierwesen aufgezählt und beschrieben, die es in der Welt der Zauberer so gibt.

Ich hab mich immer gefragt, ob ein solches Buch auch für diejenigen interessant ist, die Harry Potter nicht kennen und ich vermute ganz stark eher nein, außer man mag Fabelwesen generell sehr. Keine Ahnung wie hoch die Prozentzahl der ausgedachten Wesen in diesem Buch ist bzw. wie viele noch in anderen Welten und Geschichten auftauchen. Viele kann ich mir einfach nur bei Harry Potter vorstellen.

Will man dieses Buch einfach nur so lesen ist es vermutlich etwas langweilig und eintönig, eben all die Beschreibungen hintereinander zu lesen. Daher würde ich empfehlen immer mal ein zwei zu lesen. Es wird trotzdem ruckzuck weggelesen sein. Manchmal wurde es mir auch ein bisschen langweilig aber sobald wieder eine Spezies kommt die spannend scheint, ist das vorbei.

Irgendwann habe ich dann auch mal in das neuerliche Hörbuch gehört und wenn ihr keinen Bezug zu Harry und seiner Welt habt, könnte euch das trotzdem gefallen, dass ist wie mit dem Film!

Mehr gibt es gar nicht zu sagen, habt einen tollen Tag,

eure Blue Diamond.


Freitag, 7. Juli 2017

[Filmkritik] Ein Date mit Hindernissen

Hallo ihr Lieben,

ich hatte eine kleine Phase in der ich Lust auf Filme aus meiner Jugend hatte und dazu zählt auch dieser, definitiv.

Es handelt sich um ein Drama wenn ihr mich fragt, das Internet sagt eine Komödie, naaaaaaja, kann ja jeder selbst entscheiden. Dieser ist 2004 erschienen und wurde in den USA produziert und ist ohne jede Altersbeschränkung. Er dauert etwas über 1,5 Stunden und der Originaltitel lautet "First Daughter".

Warum das so ist? Naja unsere Hauptfigur Samantha, gespielt von Katie Holmes (was macht die eigentlich gerade?), ist die Präsidententochter und hat damit ein sehr durchorganisiertes und bewachtes Leben ohne irgendwelche Freiheiten, die sie sich aber schon wünscht. Nach einiger Überzeugungsarbeit darf sie dann an einem College anfangen zu studieren und wird tatsächlich von weniger Bodyguards als sonst bewacht, dennoch immer noch sehr sehr viele. Dort lernt sie James kennen, gespielt von Marc Blucas, und dieser ist ihr sofort mehr als sympathisch.

Wie es so ist, durchlebt Samantha alle Tücken des Collegelebens, ob Streitigkeiten mit der Zimmergenossin oder Liebeskummer. Denn es ist so, dass sich Samantha ziemlich in James verguckt und es scheint auch umgedreht so zu sein. Doch an einem Abend wo es so schön sein könnte, gerät etwas aus den Fugen und da sie die Präsidententochter ist, wird sie sofort davon gebracht. In diesem Moment stellt sie etwas fest, was ihre Welt auf den Kopf stellt und auch dem Film so einen "oh nein"-Moment verschafft.

Mehr möchte ich zum Inhalt nicht verraten, denn das würde euch jegliche Spannung nehmen und das wollen wir ja nicht!

Fest steht, ich mag die Atmosphäre des Films sehr, sie ist irgendwie so ruhig und trotzdem an manchen Stellen so zappelig. Nicht gleich aufregend, denn Samantha ruht definitiv in sich und kann sich bei allem beherrschen... oder so.

Die Geschichte spielt zwar mit jungen Menschen, doch so furchtbar jung fühlt es sich gar nicht an, eher schon sehr erwachsen, sicherlich der Situation geschuldet. Und das ist vielleicht auch, was mir wirklich gut daran gefallen hat. Es ist nicht dieses übliche Teenygehabe oder klassische Klischees, die werden, finde ich, kaum bedient.

Besonders schön in den Nebencharakteren finde ich die Bodyguards, die schon irgendwie mit Samantha mit fühlen, aber eben trotzdem total streng und ernst bleiben müssen. Eine echte Zerrissenheit.

Was mir nicht so gut gefallen hat, war die Inkonsequenz des Präsidenten.

Das Setting war recht schlicht gehalten. Der Fokus liegt eindeutig auf den Hauptfiguren und deren Verhalten, was ich wirklich schön fand und nicht fehl am Platz. Das Ende ist toll, wenn auch kein wirkliches Happy End, aber ich mag es sehr.

Empfehlen kann ich den Film allen Frauen und Schnulliliebhabern, aber eben auch jungen Mädchen,

eure Blue Diamond.




Mittwoch, 5. Juli 2017

The Rose and the Dagger

Hallo meine Sonnenkäfer,

dieses Buch habe ich von meiner lieben Madame Marasque zu Weihnachten bekommen. Ich war sehr interessiert an der Reihe und hatte sie deswegen auf meiner Wunschliste. Aufgrund der Wüstenthematik habe ich nun aber doch bis zum Sommer damit gewartet, damit das Flair einfach stimmt. 

Die Fakten:
  • Autor: Renée Ahdieh
  • Titel: The Rose and the Dagger
  • Reihe: The Wrath and the Dawn 2
  • Erschienen: 2016
  • Verlag: G. P. Putnam's Sons
  • Seiten: 416
  • Preis: 8,99 Euro
  • Klappentext: "In a land on the brink of war, Shahrzad is forced from the arms of her beloved husband, the Caliph of Khorasan. She once thought Khalid a monster - a merciless killer of wives, responsivle for immeasurable heartache and pain - but as she unraveled his secrets, she found instead an extraordinary man and a love she could not deny. Still, a curse threatens to keep Shazi and Khalid apart forever. Now she's reunited with her family, who have found refuge in the desert, where a deadly force is gathering against Khalid - a force set on destroying his empire and commanded by Shazi's spurned childhood sweetheart. Trapped between the loyalties to those she loves, the only thing Shazi can do is act. Using her burgeoning magic within her as a guide, she strikes out on her own to end both this terrible curse and the brewing war once and for all. But to do it, she must evade enemies of her own to stay alive."

Zur Handlung: Zurück in den Armen ihrer Schwester fällt es Shahrzad schwer, ihren Weg zu finden. Sie will ihre Familie nicht in Gefahr bringen, aber sie kann sich nicht vor ihrer Verantwortung als Kalipha verstecken. Und um nichts auf der Welt will sie Khalid in der Gefahr allein lassen. Doch die Verbündeten von Tariq haben ihre eigenen Pläne mit der Königin von Khorasan. 

Khalid weiß, warum Shahrzad ihn verlassen musste. Er steht vor den Trümmern seiner Hauptstadt und weiß nicht recht, wie er weiterleben soll. Von allen als Monster abgestempelt, begibt er sich verkleidet jeden Tag in seine Stadt und hilft unerkannt beim Wiederaufbau. Seine Berater wissen aber, dass es so nicht weitergehen kann, denn ein Krieg scheint mehr und mehr unausweichlich.

Haben wir die Reise als Liebesgeschichte begonnen, so kommen nun doch einige neue Elemente hinzu. Zunächst ist ein deutlich stärkerer Fokus auf Magie. Zwar wird nicht genau erklärt, woher sie kommt und wer sie hat, aber ich fand die Darstellung dennoch interessant. Vor allem, dass jeder seine eigene Magie hat, die auch zu den Charakteren passt, hat mir gut gefallen. Und der Teppich... wer würde da nicht an Aladdins treuen Begleiter denken?

Shahrzad steckt nun in einer Krise, denn obwohl sie genau weiß, was sie will, gefährdet sie damit ihre Familie. Dennoch wird sie nie weinerlich und ich finde es erfrischend, dass sie nie gerettet werden muss von Khalid. Sie wird nicht passiv, auch wenn sie auf die Hilfe von anderen angewiesen ist. Khalid dagegen versucht seine heißblütige Wut zu unterdrücken und endlich der Kaliph zu werden, den Shahrzad in ihm sieht. Das fand ich angenehm und ich mochte seine Entwicklung sehr.

Wir bekommen einige neue Charaktere, die ich interessant fand. Allen voran meine ich damit natürlich Artan. Hier fehlt mir einfach so viel, ich hatte so viele Fragen und finde es schade, wie distanziert wir an der Stelle bleiben. Aber wir lernen auch viele Charaktere näher kennen, allen voran Irsa, die Schwester von Shahrzad. Sie kümmert sich in diesem Buch viel um ihre Familie und hat in einigen Szenen bedeutende Schlüsselrollen. Dennoch hat sie mich ein bisschen zu sehr an Primrose (Hunger Games) erinnert.

Das Finale finde ich sehr gelungen. Es wird nicht zu dramatisch, aber es geschieht doch einiges. Es gibt durchaus Dinge, die schiefgehen. Dennoch gelingt es der Autorin, dass die Auflösung am Ende glaubhaft ist. Vielleicht ist die Geschichte über den Fluch ein bisschen zu simpel am Ende, aber das große Finale hat mir dann doch gut gefallen und keine großen Fragen offen gelassen.

Alles in allem steht in diesem Buch das Abenteuer im Fokus und die Romantik muss einen Schritt zurücktreten. Da mich die Welt und die verschiedenen Pläne und Ziele der Charaktere eh deutlich mehr interessiert haben, hat mich auch der Abschluss dieser kurzen Reihe überzeugt. Wer allerdings weiter nur von Khalid und Shahrzad lesen möchte, wird hier etwas vermissen. 

Wie findet er das Ende der Reihe? Seid ihr zufrieden?

Bis bald,
Eure Kitty Retro





Meine Bewertung:

Sonntag, 2. Juli 2017

The Wrath and the Dawn

Hallo meine Wüstenköniginnen,

heute geht es um den ersten Band einer sehr kurzen Reihe, die ich zu Weihnachten bekommen habe. Den ersten Band habe ich in meiner Buchwichtelbox erhalten und habe mich wahnsinnig gefreut. Das Buch durfte ein bisschen auf dem SUB warten, weil ich dachte, dass ich es lieber in warmen Wetter lesen möchte. :)

Die Fakten:
  • Autor: Renée Ahdieh
  • Titel: The Wrath and the Dawn
  • Reihe: The Wrath and the Dawn 1
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: G. P. Putnam's Sons
  • Seiten: 388
  • Preis: 8,49 Euro
  • Klappentext: "One Life to One Dawn. In a land ruled by a murderous boy-king, each dawn brings heartache to a new family. Khalid, the eighteen-year-old Caliph of Khorasan, is a monster. Each night he takes a new bride only to have a silk cord wrapped around her throat come morning. When sixteen-year-old Sharzad's dearest friend falls victim to Khalid, Sharzad vows vengeance. She knows just how to get it: by volunteering to be his next bride. Sharzad is determined not only to stay alive, but to end the caliph's reign of terror once and for all. Night after night, Shahrzad beguiles Khalid, weaving stories that both enchant and ensure her survival, though she knows each dawn could be her last. But something she never expected begins to happen: Khalid is nothing like what she'd imagined him to be. This monster is a boy with a tormented heart, and, incredibly, Shahrzad finds herself falling in love. It's an unforgivable betrayal, but Shahrzad has come to understand all is not as it seems in this palace of marble and stone. She resolves to uncover whatever secrets lurk and, despite her love, be ready to take Khalid's life as retribution for the many lifes he's stolen. Can their love survive this world of stories and secrets?"

Wow, längster Klappentext ever...

Zur Handlung: Shahrzad ist noch immer nicht sicher, ob sie die richtige Entscheidung getroffen hat, als sie zu ihrer eigenen Trauung schreitet. Eine Hochzeit, die gleichzeitig ein Todesurteil ist. Doch Shahrzad ist nicht sicher, ob sie selbst mit dem Leben bezahlen wird, oder ihr zukünftiger Ehemann Khalid, der Kaliph von Khorasan. 

Das Problem mit Monstern ist jedoch, dass sie meist menschlich sind. So stellt sich auch bei Khalid schnell heraus, dass die kühle und grausame Oberfläche nur eine Fassade ist - und Shahrzad will sehen, was dahinter ist. Sie will den Grund wissen, warum ihre geliebte Freundin Shiva sterben musste. Und sie weiß, dass sie dieses Rätsel nicht lösen kann, wenn Khalid tot ist.

Dieses Buch hat mich schon in den ersten Kapiteln überrascht. Zunächst erfährt man schon im Prolog implizit, warum Khalid seine Ehefrauen töten lässt. Man erfährt nicht alle Hintergründe, aber die Grundmotivation und kann so am Anfang mit Shahrzad gar nicht mitfühlen, die diese Informationen ja gar nicht hat. Außerdem haben die beiden direkt in der ersten Nacht Sex, was zwar nicht explizit dargestellt, aber doch eindeutig erwähnt wird. Das fand ich für ein Jugendbuch durchaus erstaunlich.

Dennoch sind weite Teile der Geschichte durchaus vorhersagbar. Man kann dem ellenlangen Klappentext ja auch schon viel entnehmen. Ich habe im weiteren Verlauf des Buches keine großen Überraschungen mehr erlebt. Khalids Offenbahrung fand ich eher mäßig, ein bisschen mehr Twist hätte mir nicht geschadet. Dennoch hat das Buch Charme und ist ansprechend geschrieben. Mir ist beim Lesen nie langweilig geworden und ich wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht.

Shahrzad ist die Hauptfigur, aber wir erfahren die Geschichte auch aus anderen Blickwinkeln. Sie ist eine sehr sture und eigensinnige Protagonistin, die immer einen guten Konter auf den Lippen hat. Außerdem liebt sie Geschichten. Sie wird oft als schön beschrieben, findet sich selbst aber nicht perfekt oder besonders anziehend. In manchen Momenten ist sie eine klassische Teenagerin. Khalid soll kühl und grausam wirken, aber damit nur seine innere Dunkelheit verbergen. Ich mag ihn und in manchen Momenten erinnert er mich ein bisschen an den Darkling (Shadow & Bone), aber insgesamt sieht man ihn selten grausam sein. Er ist sehr aufbrausend und vergibt nicht. Dennoch fehlt mir immer ein bisschen, damit ich ihn wirlich lieben kann.

Weitere wichtige Charaktere sind Despina, das Kammermädchen von Shahrzad, der Rajput, ihr Bodyguard, Jalal, der Cousin des Kaliphen, und Tariq, Shahrzads Jugendliebe. Despina habe ich ab dem ersten Moment gemocht. Sie ist aufmüpfig und erschreckend ehrlich. Außerdem ist sie ihrer Anziehungskraft durchaus bewusst. Der Rajput spricht nicht, aber ich liebe seine stille Präsenz. Jalal ist schwer einzuordnen und hat mich mit dieser Eigenschaft ein bisschen an Nikolai (Shadow & Bone) erinnert. Tariq ist der typische selbstgerechte Macho-Typ, der denkt, er müsse seine Freundin unbedingt retten, weil sie nicht für sich selbst sorgen kann.

Die Charaktere sind mir insgesamt nicht besonders genug. Ich hatte das Gefühl, die meisten Charaktere schon woanders und oft besser gelesen zu haben. Auch die romantische Energie zwischen Khalid und Shahrzad war für mich noch nicht völlig mitreißend. Sie haben durchaus schöne Szenen miteinander ("Destroy me."), aber ich habe nie das Gefühl, dass sie für mich unbedingt zusammenbleiben müssen. 

Dennoch liebe ich das Setting des Buches, die leichten Fantasy-Elemente und die Inspiration an den arabischen Sagen. Ich liebe die Wüste, ich liebe arabische Länder und Geschichten, und damit hat mich das Buch übrzeugt. Auch der Schreibstil ist wirklich gut. Man kann durch die Seiten hindurchfliegen. Und ich bin einfach gespannt, noch mehr von der Welt zu sehen, denn wir bleiben im ersten Buch ja doch mehrheitlich im Palast. 

Alles in allem hat das Buch mich also gut unterhalten und ich hatte große Lust, direkt weiterzulesen. Dennoch gibt es für mich bessere Geschichten, Charaktere die ähnlich und besser in anderen Büchern zu finden sind. Es reicht leider nicht für einen Lieblingsbuchstatus, aber ich bin froh, dass ich dieser Reihe eine Chance gegeben habe.

Wie habt ihr Band 1 empfunden? Habt ihr den zweiten schon gelesen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 30. Juni 2017

[Filmkritik] Sinn und Sinnlichkeit

Hallo meine Freitagsfilmfreunde,

passend zu meinem letzten Leseerlebnis, das ja für Jane-Austen-Verhältnisse eher enttäuschend war, habe ich mir auch noch den passenden Film von 1995 dazu angesehen. Die Schauspieler lassen ja viel hoffen und ich möchte ganz kurz einen Vergleich von Buch und Film vornehmen.

Zur Handlung: Marianne und Elinor verlieren ihren Vater sehr früh. Aus erster Ehe hat dieser einen Sohn, an den das gesamte Erbe von Norland fällt. Daher haben die beiden Schwestern nun nichts mehr. Mit ihrer Mutter und der kleinen Schwester ziehen sie schließlich nach Barton in ein Cottage, nachdem klar ist, dass die Frau des Bruders und neue Herrin von Norland nichts von Ihnen hält.

Dort trifft Marianne auf den gutaussehenden Willoughby und verliebt sich in ihn. Als dieser plötzlich abreisen muss und keine Erklärung hinterlässt, kann nur ein Ausflug nach London das Glück der beiden Mädchen retten. Doch auch dort wartet vor allem Schmerz auf die jungen Liebenden.

Insgesamt ist dies für mich eine der schwächeren Geschichten von Jane Austen. Die Verfilmung erfolgte mit einem hohen Staraufgebot, sodass daraus zumindest ein Teil der Popularität erklärt werden kann. Wir finden außerdem viele Schauspieler aus Harry Potter wieder, was zeigt, wie die guten britischen Schauspieler immer wieder in sehr populären Filmen auftauchen.

Schließlich sind aber auch einige der Schauspieler aus Tatsächlich Liebe bekannt. So ist Emma Thompson hier in Hugh Grant verliebt, der in Tatsächlich Liebe ihr Bruder ist. Gleichzeitig ist ihr dortiger Ehemann Alan Rickman hier ihr guter Freund und in ihre Schwester verliebt. Das hat mich dann doch auch ein bisschen verwirrt.

Abgesehen von der Besetzung ist der Film an sich schön anzusehen. Die Kostüme und Drehorte gefallen mir sehr gut. Dennoch war ich mit einigen Szenen manchmal ein bisschen enttäuscht, vor allem Bälle und Tänze habe ich schon schöner umgesetzt gesehen. Lustig fand ich die Art der Darstellung vor dem Ballsaal, wo Pferdekutschen aufgereiht stehen und darauf verwiesen wird, dass man aufpassen muss, wohin man tritt. Das hat auch ein bisschen dieses überromantische dieser Zeit gebrochen und gezeigt, dass nichts perfekt ist.

Ich fand einige Figuren gut getroffen, andere aber maßlos überzeichnet oder völlig fehlbesetzt. Mrs Dashwood beispielsweise hatte für mich gar keinen Zug ihrer Buchvorlage an sich. Mrs Jennings dagegen war noch peinlicher als schon im Buch, von Sir Middleton ganz zu schweigen. Das tat beim Zuschauen schon weh. Mr und Mrs Palmer (Dr. House und Dolores Umbridge ;)) waren dagegen einfach göttlich, ich habe die Darstellung der beiden geliebt.

Alles in allem fand ich den Film in Ordnung, aber er kommt für mich an die Verfilmung von Stolz und Vorturteil so gar nicht heran. Er ist an einigen Stellen geschmack- und liebloser inszeniert, was vielleicht auch damit zu tun hat, dass der Film 10 Jahre älter ist. Aber auch die Geschichte ist für mich einfach ein bisschen lückenhaft. Schließlich möchte ich aber festhalten, dass ich den Film als gute Buchadaption sehe, die einem auch die männlichen Charaktere etwas näher bringt als das Buch es vermochte. Daher habe ich ihm Film ein bisschen mehr mitgefiebert. Es bleibt aber einer meiner weniger geliebten Austen.

Wie findet ihr Film und Buch? Und wie steht ihr zu Filmen, in denen so bekannte Schauspieler aus euren Lieblingsfilmen so ganz andere Rollen haben?

Bis bald,
Eure Kitty Retro

Mittwoch, 28. Juni 2017

[FederLeichtSaga] FederLeicht Band 2 - Wie das Wispern der Zeit

Hallo zusammen,

die FederLeichtSaga hat zwar schon sehr viele Teile veröffentlicht, dennoch lese ich diese dieses mal nicht alle am Stück, sondern werde immer mal einen zwischendurch lesen, sonst würde es mir vermutlich zu träge.

Fakten:
  • Autorin: Marah Woolf
  • Roman
  • 2015 erschienen
  • 316 Seiten
  • CreateSpace Independent Publishing Platform 
  • Preis: 9,50€ Taschenbuch
Klappentext:
"Die Elfen konnten mir gestohlen bleiben. Erst lockten sie mich in die magische Welt, ließen sich von mir ihre blöde Schneekugel zurückbringen und dann … Wenn ich ehrlich bin, weiß ich nicht, was ich jetzt machen soll. Ich vermisse Cassian. Und das, obwohl er meistens unausstehlich zu mir war. Am eben nur meistens, nicht immer." Eliza kann und will sich nicht damit abfinden, dass ihr die Elfenwelt für immer verschlossen sein soll, und so macht sie sich auf eine abenteuerliche Reise, um zurückzukehren. Schneller als sie glaubt bewahrheitet sich die Voraussage ihrer Großmutter: "Es ist noch nicht vorbei."

Und schon sind wir bei Teil zwei angekommen. Wir kennen nun die andere Welt hinter dem Tor und haben auch schon das erste Rätsel gelöst. Naja oder eher Mission? Wie auch immer Eliza hat den Elfen geholfen und darf im Moment dennoch nicht in ihre Welt. Wer das verzapft hat? Naja da gibt es so einige Spekulationen. Doch schließlich muss oder besser soll sie doch wieder zurück, denn es gibt neue Schwierigkeiten.

Dieses mal steht Eliza mehr oder weniger zwischen den Fronten und weiß nicht so recht zu wem sie nun halten soll. Sie lernt viele neue Wesen und damit Freunde kennen und gerät ziemlich oft in Gefahr ohne dies zu wollen, dennoch weiß sie es irgendwie doch schon vorher. Ein bisschen seltsam, aber gut.

Es gibt in dieser Geschichte einige wirklich schöne und fantastische Momente, die mir sehr gut gefallen haben. Auch der Untertitel oder Bandtitel passt dieses mal aus meiner Sicht noch viel besser zum Buch als beim ersten Band. Womöglich hätte mich diese Geschichte in jüngeren Jahren viel mehr fasziniert und vielleicht sogar richtig gefesselt. Jetzt fällt dies dem Buch wesentlich schwerer, aber auch einfach, weil ich nicht die Zielgruppe bin. Daher möchte ich hier besonders betonen, dass es wichtig ist, mit welchen Erwartungen ihr an Bücher geht und mit welchem Vorwissen. Hätte ich nicht gewusst, das die Zielgruppe vermutlich Teenager sind, hätte ich die Geschichte furchtbar gefunden und vielleicht auch öde. Aber auch das ist verrückt, dass man immer andere Dingen spannend findet, oder kommt es nur auf den Schreibstil an? Keine Ahnung. Der Schreibstil von Marah Woolf ist auf jeden Fall sehr schön und gesetzt. Es ist so unaufgeregt und präzise.

Aufgrund der Spoilergefahr will ich bei Folgebänden immer nicht so viel sagen. Hauptsache ist, dieser ist ein wirklich schöner und interessant und gut gefüllter zweiter Band, der die Geschichte ganz wunderbar weiter führt. Auch hier ist die Geschichte geschlossen, aber irgendwie eben auch nicht. Eigentlich mag ich ja Reihen immer gleich fortsetzen, war jetzt bei diesem Teil nicht so ausgeprägt, das wird wohl eine Weile dauern.

Diese fantasiegeladene Geschichte sollten sich vor allem Elfenfans und die Fans von Fabelwesen nicht entgehen lassen,

eure Blue Diamond.



Sonntag, 25. Juni 2017

Verstand und Gefühl - Sense and Sensibility

Nicht das schönste Cover...
Hallo meine Romantiker,

ich hatte in den letzten Wochen eine ganz schöne Leseflaute. Da ich dieses Jahr schon sehr viel gelesen habe für meine Verhältnisse, war dann einfach die Luft erstmal raus. Allerdings hat es vielleicht doch auch mit diesem Buch zu tun gehabt, so ganz sicher bin ich nicht. Aber lasst uns doch heute über Jane Austen reden.

Die Fakten:
  • Autor: Jane Austen
  • Titel: Verstand und Gefühl (Original: Sense and Sensibility)
  • Erschienen: 2011 (erstmals 1811)
  • Verlag: Anaconda
  • Seiten: 438
  • Preis: 29,99 Euro im Set (6 Bücher)
  • Klappentext:

Zur Handlung: Elinor und Marianne Dashwood verlieren ihren Vater schon recht jung und sind fortan auf die freundliche Zuwendung von Verwandten angewiesen. Sie müssen ihr Heim in Norland verlassen und kommen bei einer Familie Middleton unter, die ihnen ein kleines Landhaus zur Verfügung stellen. Elinor hatte sich jedoch zuvor in den Schwager ihres Bruders verliebt, von dem sie nun getrennt wird.

Marianne wiederum trifft kurz nach der Ankunft in Barton auf Mr Willoughby, welcher von Sir John Middleton als hervorragender Jäger gelobt wird. Er macht sich Hoffnung auf ein großes Erbe und umgarnt Marianne einige Zeit, die nun auf einen Heiratsantrag hofft. Doch eh beide Schwestern am Ende für immer glücklich sein dürfen, wird noch viel geschehen.

Ich habe zunächst versucht, das Buch im Original zu lesen, aber mir gefallen Austens Romane einfach übersetzt besser. Ich weiß nicht genau, woran das liegt, aber die Übersetzung kam mir sehr hochwertig vor. Es macht das Verständnis doch einfacher, denn das Buch ist nun schon einige 100 Jahre alt. Außerdem war ich zunächst einfach überfordert mit all den Namen von Orten, Familien und Personen.

Ich habe einen weiteren Fehler gemacht, nämlich das englische Vorwort zuerst zu lesen. Ich weiß zwar, dass in solchen Vorworten immer Spoiler enthalten sind. Ich dachte aber, da ich das Buch vor knapp 10 Jahren schon mal gelesen habe, wüsste ich eh schnell wieder, worum es geht. Allerdings war das eine falsche Annahme und so habe ich mir doch ein Stück der Lesefreude geraubt, weil alle Wendungen vorweggenommen waren und ich nicht richtig mitfiebern konnte.

Ich erinnere mich aber auch noch daran, wie ich das Buch zum ersten Mal gelesen habe und auch damals nicht ganz so eingenommen war wie von Stolz und Vorurteil, was mein erster Austen war. Irgendetwas an der Geschichte kann mich einfach nicht packen. Vielleicht liegen mir die Werke, in denen nur ein Hauptcharakter im Fokus steht, wie Emma und Überredung, doch ein bisschen mehr. 

Die beiden Schwestern könnten nicht unterschiedlicher sein. Während Marianne ungestüm ist und ihre Gefühle immer im Gesicht trägt, ist Elinor besonnen und rational und versucht als Älteste, ihre Familie stets zu schützen. Dadurch missverstehen sich die beiden auch gelegentlich, wobei Marianne deutlich öfter daneben liegt als Elinor. Die drei Herren, die hier die Gegenstücke bilden, sind ebenfalls komplett verschieden. Edward ist still und zurückhaltend, aber ein rechtschaffener Mann. Von ihm habe ich einfach viel zu wenig gesehen, um Elinors Gefühle zu verstehen. Erst am Ende geht mein Herz für ihn auf. Mr Willoughby ist ein ziemlicher Schnösel, der sich über Konvetionen hinwegsetzen will und den Spaß an vorderste Stelle stellt. Oberst Brandon schließlich ist der hoffnungslos Verliebte, der schon viel mitgemacht hat, aber irgendwie mochte ich ihn zwar, konnte aber nicht sehen, wie sich eines der Mädchen in ihn verlieben sollte. 

Ich denke, auch die männlichen Charaktere machen dieses Buch schwierig für mich, denn der einzige, von dem wir wirklich viel sehen, ist Mr Willoughby und da hatte ich mir ja von vorn herein Spoiler eingehandelt. Die anderen beiden blieben immer sehr blass in meiner Vorstellung und bis kurz vor Schluss eindimensional. 

Alles in allem ist dies nicht mein liebstes Austen-Buch (das ist und bleibt Überredung), aber auch nicht das schlechteste (hier bleibt Northanger Abbey auf Platz 1). Ich würde es nur echten Austen-Fans empfehlen. Für alle, die die Autorin gern testen möchten, würde ich eins ihrer späteren Werke empfehlen. Der Schreibstil ist zwar in allen Büchern ähnlich, aber die Charakterisierungen sind einfach nicht so gut und die Anzahl der Namen und Figuren macht die Handlung für mich schwierig zu verfolgen. Und lest niemals (!!!) zuerst das Vorwort von Klassikern.

Wie steht ihr zu Sense and Sensibility? Ich werde mir sicher die Tage noch eine Verfilmung davon ansehen. 

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung:

Freitag, 23. Juni 2017

[Filmkritik] Sieben Minuten nach Mitternacht

Hallo meine Mosterfreunde,

A Monster Calls habe ich euch vor einer Weile vorgestellt, als ich es zufällig in der Bibliothek entdeckt habe. Ehrlich gesagt war ich ohne Erwartungen in das Buch hineingegangen, aber es hat mich doch sehr berührt, mich an einiges erinnert und mich zum Weinen gebracht. Beim Film nun wusste ich ja, was kommt, und heute möchte ich mit euch darüber sprechen.

Zur Handlung: Conor O'Malley ist 12 Jahre alt, er hat keine Freunde an der Schule und alle Lehrer fassen ihn mit Samthandschuhen an. Der Grund dafür ist, dass Conors Mutter Krebs hat. Conor ist inzwischen gut darin, allein klarzukommen. Er macht sich selbst essen, wäscht die Wäsche. In der Schule wird er gemobbt, aber er schluckt das einfach runter.

Das einzige, was sein Leben noch unerträglicher machen kann, ist seine Großmutter, die beschließt, dass er eine Weile bei ihr wohnen sollte, während eine neue Behandlung bei seiner Mutter getestet wird. Connor und seine Oma haben ein schwieriges Verhältnis, da sie sich beide nicht verstehen und völlig verschiedene Lebenswelten haben. Aber eine Sache hält sie zusammen...

Die Gesamtaussage des Buches hat mich damals völlig umgehauen, denn irgendwie hab ich es nicht kommen sehen. Ich war deswegen gespannt, ob der Film mich nochmal zurückversetzen kann, oder ob nun die Luft quasi raus ist. Auch war ich sehr gespannt, wie die drei Geschichten des Monsters gestaltet sein würden, denn ich hatte Vergleiche zu Harry Potter 7 gehört.

Conor wird von Lewis MacDougall, der meiner Meinung nach sehr gut auf die Rolle passt. Dennoch hat es mich irgendwie gestört, dass im Film viel deutlicher wird, dass es sich bei der Hauptfigur um einen Jungen handelt. Das klingt jetzt ein bisschen bescheuert, aber im Buch konnte ich das gut ausblenden und so viel mehr Verbindung aufbauen. Im Film war da einfach ein Stück weit Distanz.

Sigourney Weaver als Großmutter hat mir auch gut gefallen. Sie verkörpert sowohl die distanzierte Geschäftsfrau als auch die leidende Mutter perfekt. Conor kann sie nicht verstehen, da sie ihren Schmerz deutlich besser verstecken kann. Dennoch ist für den Zuschauer spürbar, was sie durchlebt. Felicity Jones hat mir als Conors Mutter auch gut gefallen. Sie hat die liebevolle und zärtliche Art, der man auch im Buch begegnet. 

Das Monster fand ich weitesgehend gut animiert. Gelegentlich hat es doch ein wenig seltsam ausgeschaut, aber generell war es nicht zu angsteinflösend und erschien dennoch mächtig genug. Die Stimme von Liam Neeson passt perfekt dazu. Die Geschichten, die das Monster erzählt, sind wirklich wundervoll animiert gewesen. Dieser Teil hat mir mit am besten gefallen.

Das Buch wird in einigen Momenten sehr gewaltvoll. Das wurde aus dem Film herausgelassen. Wir erfahren davon eher durch Erzählungen, sodass der Film auch für Kinder in Ordnung geht. Dennoch ist das Thema heftig und nicht jedes Kind sollte sich mit sowas beschäftigen müssen. Daher kann ich den Film für jüngere Kinder (jünger als Connor selbst) nicht empfehlen. Es geht um Schmerz, Verlust, Angst und Liebe, egal ob gewalttätige Szenen herausgeschnitten wurden.

Alles in allem hat mir der Film gut gefallen und er ist eine schöne und respektvolle Buchverfilmung. Einige neue Elemente kommen hinzu (Habt ihr auch Liam Neeson als Vater der Mutter auf den Bildern gesehen? Gibt es da tiefere Bedeutungen?), die für mich aber nicht bahnbrechend waren. Da ich die Auflösung schon kannte, hat das Ende mich diesmal nicht so kalt erwischt. Dennoch war die Darstellung sehr gut gewählt. Der kurze Momente der Stille... ja, das war gut gemacht. Ich kann den Film empfehlen. Er ist kein klassischer Krebsfilm, würde ich sagen, denn es geht darum, wie es Kind mit diesem Schicksal umgeht. Es geht darum, einen Elternteil langsam zu verlieren. Und für mich ist es nach wie vor eine sehr realistische Darstellung, die Leuten, die etwas ähnliches durchgemacht haben als Kind, sagt, dass es ok ist. 

Habt ihr den Film gesehen? Habt ihr Gedanken, die ihr mit uns teilen möchtet?

Bis bald,
Eure Kitty Retro

Mittwoch, 21. Juni 2017

[FederLeichtSaga] FederLeicht Band 1 - Wie fallender Schnee

Hallo an alle Fabelwesenfreunde,

irgendwie habe ich immer den Drang neue lange Reihen anzufangen, wenn ich bei der letzten nicht weiter komme, weil es da das nächste Buch noch nicht gibt. Kennt ihr das?

Fakten:
  • Autorin: Marah Woolf
  • Roman
  • 2014 erschienen
  • 310 Seiten
  • Ina Körner Verlag 
  • Preis: 9,50€ Taschenbuch
Klappentext:
"Eliza, jedem Anfang wohnt ein Zauber inne", hat meine Großmutter mir mal erklärt. Damals habe ich nicht verstanden, was sie damit meinte, und heute war ich immer noch nicht schlauer. Denn jetzt stecke ich mittendrin in einem Anfang - aber von zauberhaft kann keine Rede sein. Ausgerechnet ich soll eine magische Schneekugel für die Elfen zurückholen. Wenn sie wenigsten nett wären - diese Elfen. Aber nein - sie sind eingebildet, arrogant und bockig (einer jedenfalls). Im Grunde kann das alles nur ein schlechter Scherz sein. Ich bin bestimmt die Letzte, die sich mutig in ein Abenteuer stürzt. Denn die erlebe ich maximal mit einer Tüte Chips und meiner besten Freundin Sky vor dem Fernseher. Wäre ich bloß nicht in den Wald gegangen und durch das blöde Portal gestolpert. Dann wäre die Geschichte, die meine Welt völlig auf den Kopf stellte, vermutlich nie passiert. Aber das ist nicht mehr zu ändern und so leicht lasse ich mich nicht unterkriegen - schon gar nicht von einem Elf."

Der Klappentext ist eine Stelle aus dem Buch und das an sich finde ich schon mal sehr gut, denn es ist nicht nur eine bloße Zusammenfassung, sondern eher eine Einleitung in die Geschichte. Das es tatsächlich um Elfen gehen wird oder zumindest auch um diese, war mir bei dem Titel der Reihe nicht sofort klar gewesen. Keine Ahnung was genau ich erwartet hatte, doch Elfen waren es nicht gewesen. Diese Tatsache war mir zunächst nicht ganz geheuer, denn ich habe schon sehr schlechte Elfengeschichten gelesen, daher startete ich mit Skepsis. Doch ein Glück verflog diese schnell.

Es handelt sich um einen klassischen Jugendfantasyroman mit ein bisschen Liebelei zwischen den Zeilen und so kleinen fiesen Abenteuern. Mittlerweile achte ich sehr darauf vorher zu wissen, ob ich ein Jugendbuch lese oder nicht, da sich so die Erwartungen einfach ganz anders staffeln.

Eliza ist ein typischer Teenager mit diesen typischen Problemen: schwierige Familie, tolle beste Freundin, unglücklich verliebt und großes schlummerndes Talent. Die Klischees werden alle bedient und das auf eine sehr schöne und charmante Weise. Der Name der Autorin ist mir durchaus schon lange bekannt und ich muss gestehen - ohne das dies böse gemeint ist - ich habe sie mir viel viel jünger vorgestellt (ohne ihr Alter zu kennen, doch sie wirkt einfach schon so gesetzt). Die Geschichte ist schon sehr jung und frisch und ich bin fasziniert, wie sie so etwas schreiben konnte. Das klingt auch so negativ, aber ich meine es wirklich nicht so.

Eliza passiert es nun, dass sie irgendwie in eine andere Welt gerufen wird oder besser gelockt und dort den Elfen helfen soll, etwas wieder zu beschaffen, was ihnen gestohlen wurde. Dabei wird Cassian ihr Aufpasser, der ein wirklich schwieriger und in sich total gespaltener Charakter zu sein scheint. Er ist eben einfach dieser Machotyp, den es in einer solchen Geschichte wahrscheinlich immer braucht.

Was mir auch sehr gut gefallen hat, ist die Einbindung und Verbindung vom Theaterspielen in beiden Welten. So werden gleichzeitig auch die ganzen wichtigen Freunde mit einbezogen. Nebencharaktere, ihr wisst, sind ein großes Muss für jedes tolle Buch und hier gibt es gleich so viele tolle, dass ich richtig froh wurde. Die Hauptfiguren haben mich bei weitem nicht so leicht in den Bann gezogen wie alle anderen. Besonders toll fand ich auch die Einbeziehung weiterer Fabelwesen, die ich sowieso ganz toll finde. Schade das mir noch nie ein Buch mit Zentauren als wichtigsten Fabelwesen untergekommen ist zum Beispiel.

Da es sich wirklich um eine sehr junge Geschichte handelt, möchte ich es auch denen weiterempfehlen, die so etwas gern lesen und vor allem im Jugendgenre unterwegs sind,

eure Blue Diamond.


Sonntag, 18. Juni 2017

Star-Shot

Hallo meine Fantasy-Küken,

heute möchte ich wieder über ein Buch aus der Mothbox sprechen. Ich habe inzwischen ja schon einige auf dem Blog vorgestellt, und war bisher auch nur von einem eher enttäuscht. Das war One Hundred Shadows. Das heutige Buch ist diesem in mancher Hinsicht ähnlich, aber es hat mich nicht enttäuscht.

Die Fakten:
  • Autor: Mary-Ann Constantine
  • Titel: Star-Shot
  • Erschienen: 2015
  • Verlag: Seren Books
  • Seiten: 212
  • Preis: 9, 99 Euro
  • Klappentext: "Part fable, part mystery, Star-Shot is a poignant debut novel set in Cardiff, in a time that is almost, but not quite, our own. As their paths cross in a circumscribed world of benches, parks and galleries, a handful of characters reveal stories of obsession, loss and recovery, creating a fragile network of relationships which will help to resist the inexorable channels of silence eating into the city."

Zur Handlung: Theo ist ein junger Mann, der die Welt der Seen und Frösche, Bäume und Vögel aufrecht erhalten möchte. Dan ist ein junger alleinerziehender Vater, der dringend Geld braucht, aber sich nicht von Teddy trennen kann. Luke ist ein alter Kollege, der eine bahnbrechende Idee für ein neues Forschungsprojekt hat. Myra liebt das Museum und war doch seit Jahren nicht darin. Nun kämpft sie mit Krebs.

Lina ist eine syrische Flüchtlingsfrau, die ihren Mann und ihre Familie verloren hat. Einst war sie selbst Wissenschaftlerin, Biologin, nun putzt sie im Krankenhaus und kann sich kaum durchschlagen. Sie alle verbindet eine Herzlichkeit, eine tiefe Einsamkeit in dieser Stadt, die nicht ganz Cardiff ist, aber doch zu großen Teilen. Bahnen von Stille ziehen durch diese Stadt, eisige Kälte breitet sich in ihnen aus und fordert Todesopfer.

Wir haben es in diesem Buch mit einer Vielzahl von Charakteren zu tun und die ersten 50 Seiten habe ich ein bisschen den Überblick verloren und nicht immer gewusst, wen ich gerade verfolge, denn die Kapitel wechseln immer zu einer anderen Figur, allerdings ist nicht immer gleich ersichtlich, zu welcher. Doch je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto mehr bilden sich die einzelnen Figuren heraus und es fällt schnell leicht, sie zu unterscheiden.

Jede Figur hat ganz individuell Probleme. Theo beispielsweise sieht sich selbst als hässlich. Seine Mutter ist gestürzt und leidet an Demenz oder Alzheimer, und er muss sie versorgen. Seinen Bruder, der Kriegsreporter war, hat er in Syrien verloren. Dazu kommt dann Lina, die ihren Ehemann, einen Arzt, ebenfalls in Syrien verloren hat. Beide begegnen sich schließlich ohne Groll und helfen sich in ihrem Schmerz.

Dan hat seine Frau verloren, da sie einen Tumor hatte. Seitdem muss er sich allein im Teddy, seinen kleinen Sohn kümmern. Doch er kann nicht gleichzeitig arbeiten und sein Kind versorgen. Abgeben möchte er Teddy aber nur, wenn er der Person vertraut, die ihn übernimmt. Auch hier kommt Lina dazu, die ihre eignen Enkel nicht kennen gelernt hat. Lina ist es auch, die Myra Zitronen ins Krankenhaus bringt, damit es dieser endlich wieder besser geht.

Es entsteht ein sehr feines und charismatisches Beziehungsgeflecht, wobei sich alle zunächst gar nicht klar sind, dass sich überall zwischen ihnen Verbindungen ergeben. Theo und Myra wissen nicht, dass sie beide Kontakt zu Lina haben. Doch das Netz wird immer dichter, je näher die Stille sich drängt und klar wird, dass sie nicht nur unangenehm sondern tödlich sein kann.

Man sollte hier aber nicht zu sehr auf Mystery oder Thriller hoffen. Stattdessen geht es um diese unterschiedlichen Charaktere, die ein Ende der Einsamkeit gefunden haben. Sie versuchen so gut sie können gegen die Stille vorzugehen, doch jeder kämpft auch mit seinen individuellen Problemen und schließlich können sie nur alle zusammen zumindest einen Teil davon lösen.

Ich fand vor allem das Ende einfach herzerwärmend und habe schließlich mit jedem Charakter mitgefiebert. Allein der Professor ist für mich völlig unklar geblieben. Wir bekommen nur sehr kurze Stücke von seinem Weg, und für mich war nicht richtig klar, was nun mit ihm los ist. Scheinbar liebt er eine Frau, die aber von Auftritt zu Auftritt zieht. Hier bin ich einfach nicht mitgekommen. Warum wurde er dann krank?

Das Ende war dann leider nicht ganz schlüssig für mich. Wie schon bei One Hundred Shadows habe ich das Fantasy-Element der Stille nicht wirklich verstanden und auch nur bedingt die Lösung des Problems. Dennoch fand ich es ein gutes Ende. Man sollte da einfach nicht zu viel Aufklärung erwarten, alles bleibt recht vage. Es gibt aber einen guten Zirkelschluss zu den Anfangskapiteln.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen. Der Schreibstil war ansprechend, die Charaktere haben mein Herz doch sehr schnell erobert und die Beziehungen zwischen ihnen haben mich mitfiebern lassen. Das Fantasy-Element hätte ich vielleicht gar nicht gebraucht. Die Gesamtaussage ist mir auch nur vage bewusst geworden. Das Ende lässt Freiraum für Interpretationen. Aber ich finde das Buch empfehlenswert, wenn ihr gern außergewöhnliches lest.

Kennt ihr das Buch? Habt ihr die letzte Mothbox bekommen?

Bis bald,
Eure Kitty Retro




Meine Bewertung: